bankenlos zahlen

Worum geht es bei bankenlos.de?

Willkommen auf meiner Homepage www.bankenlos.de. Mein Name ist Matthias Meiners. Ursprünglich ist diese Internetseite entstanden, um dem Trend des bargeldlosen Zahlungsverkehrs aufgrund unserer Erfahrungen mit den großen Finanzkrisen der jüngeren Vergangenheit ein begriffliches Gegenstück mit Handlungs-Aufforderungs-Charakter zu bieten. Die Unfähigkeit der Politik, bis heute die richtigen Konsequenzen in Form eines entsprechenden Bankenrechts zu ziehen, forderte den Einzelnen förmlich dazu auf, die Entscheidungen täglich an der Basis zu treffen. Daher lautete die Botschaft: Zahlen Sie bankenlos anstelle bargeldlos!

Ein paar Jahre später stehen wir 2016 vor einer neuen Entwicklung der Bankenwelt. Denn es könnte sein, dass sich unsere Banken pauschal vom Markt verabschieden. Natürlich nicht freiwillig. Es scheint in Verbindung mit den neuen Mustern der Globalisierung eine Verdrängung initiiert zu werden. Als externer Betrachter geht man selbstverständlich davon aus, dass sich ein renommiertes Unternehmen erfolgreich gegen Angriffe zur Wehr setzen kann. Diese eigentlich normale Aufgabe wird aber nicht im Sinne einer Herausforderung angenommen, sondern als Überforderung interpretiert, da man es bislang überhaupt nicht gewohnt war, sich mit Quereinsteigern über ein entsprechendes Marketing auseinanderzusetzen. Folglich neigt man vorschnell zur Aufgabe. Dieses Phänomen nenne ich kollektiven Selbstmord. Es ist in traditionellen Branchen zu beobachten, die den Kampf um die Marktteilnahme mangels einer inspirierenden Vision aufgegeben haben, obwohl sie noch auf dem Markt existent zu sein scheinen. Doch sie betreiben ihr aktuelles Geschäft lediglich noch im Stil eines Solange es noch geht.

Auslöser für diese Einsicht ist der 2016 aktuelle Sündenfall der Postbank. Sie hat jahrelang über mehrere Werbeaktionen für das lebenslange Kontenmodell mit kostenloser Kontenführung ohne Rücksicht auf Zahlungseingänge oder Guthaben geworben. Vermutlich 5 Millionen Kunden haben daraufhin den Vertrag für dieses Kontenmodell unterschrieben. Mitte 2016 versandte die Postbank die Mitteilung, dass sie für dieses Kontenmodell ab sofort Gebühren erheben wird. Begründung: Eine kostenlose Kontenführung sei unmöglich! Auf meine Nachfrage verweist der Service dieser Bank auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Im Fall der Postbank plädiere ich für schuldig!

Klarer Fall: Kundenbeziehungen sind für Unternehmen der Schlüssel für ein dauerhaftes und somit solides Wirtschaften. Wenn also eine Firma die Beziehungen zu ihren Kunden mit Füßen tritt, verletzt sie ein Grundgesetz des Marketings.

Seltsamer Fall: Über Jahre hinweg hat die Postbank Kunden für einen bestimmten Kontentyp geworben. Die Bank versprach lebenslang kostenlose Kontonutzung ohne Einschränkungen hinsichtlich Guthaben und Geldeingang. Vermutlich 5 Millionen Kunden konnte die Postbank über diese wiederholten Werbemaßnahmen gewinnen. Doch schon beim Vertragsabschluss verletzte die Bank das soeben beschriebene Grundgesetz des Marketings. Denn in dem Vertrag wurde zwar die kostenlose Kontenführung, nicht aber die versprochene unbegrenzte Dauer des Angebots festgeschrieben.

Postbank Girokonto-Plus Vertragstext Besondere Merkmale des Kontos

Das perfekte Verbrechen: Es scheint sich um eine Art von perfektem Verbrechen zu handeln. Ein Mord ohne Leiche. Eine Grenzüberschreitung ohne die Möglichkeit, deswegen vor einem Gericht verklagt werden zu können. Worin bestand in diesem Fall der Postbank die Grenzüberschreitung? Die Banker überschritten die moralische Grenze, indem sie ein Versprechen aus der Werbung nicht 1:1 im Vertrag umgesetzt haben. Laut des vom Kunden unterschriebenen und somit akzeptierten Vertrags besteht folglich keine Grundlage, dass die so hintergangenen Kunden das Versprechen der Bank als ihr Recht vor einem Richter einklagen können.

Als Kunde der Postbank klage ich dennoch an. Und zwar vor dem Gericht der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit als Richter fragt mich, wofür ich plädiere: War das Vorgehen der Postbank sinnbildlich Mord oder Totschlag an der Kundenbeziehung? Meine Antwort: Ich plädiere für Mord. Begründung: Das Vorgehen war von langer Hand geplant und es war kein Einzelfall. Die Postbank hat sich meiner Ansicht nach moralisch gegenüber der Beziehung zu ihren Kunden in höchstem Maße schuldig gemacht.

Wie kann so etwas geschehen? Der erste Teil meiner Analyse des Problems betrifft die Hierarchie in großen Unternehmen. Es ist die Aufgabe der Unternehmensleitung, Vorgaben zu machen, die vom Rest der Firma umgesetzt werden. Soweit scheint die Hierarchie erst einmal in Ordnung zu sein. Doch wie verhält es sich mit den Kunden? Sind die Kunden Teil der Rangordnung eines Betriebs? Vermutlich werden Sie diese Frage verneinen. Doch es gibt den Fall, dass Kunden mit einem Unternehmen eine vertragliche Bindung eingehen. In diesem Moment verpflichten sich Firma und Kunden gegenseitig zu bestimmten Rechten und Pflichten. Aus Sicht der Unternehmensleitung werden Kunden im Moment des Vertragsabschlusses Teil der der innerbetrieblichen Rang- und Hackordnung. Anders ist es meiner Meinung nach nicht zu erklären, dass

Wer trägt die Verantwortung? An der Stelle beginnt der zweite Teil der Analyse des vorliegenden Problems. Beginnen wir sicherheitshalber bei uns Kunden. Auch wir tragen für das Geschehene Verantwortung. Denn unter den 5 Millionen Inhabern eines kostenlosen Kontos bei der Postbank sind mit Sicherheit viele Leute, die sich nicht einfach so übertölpeln lassen. Aber genau dieser Punkt muss einen doch stutzig machen. Wie konnte es geschehen, dass so viele Kunden einen moralisch verwerflichen Vertragsentwurf durch ihre Unterschrift zu einem rechtlich bindenden Vertrag gemacht haben? Das ist der Kern. An diesem Punkt geht es um den Grund für die Tiefe der Verletzung. Denn die Kunden haben dem Unternehmen aufgrund seines bisherigen Images vertraut. Doch Vertrauen als ein Kernwert des Miteinanders war es, das durch die großen Finanzkrisen verloren gegangen ist. Für diese Finanzkrisen sind neben politischen Entscheidungen aber wesentlich die Banken verantwortlich. Haben wir das alles inzwischen schon wieder vergessen? Oder folgten wir dem intuitiven Wissen, dass eine Welt ohne Vertrauen nicht funktionieren kann? Offensichtlich war die Ur-Sehnsucht nach Vertrauen-können schlicht stärker als das eigentlich aufgrund der Vorerfahrung angebrachte Misstrauen, so dass wir beim Abschluss des Vertrags hinsichtlich der fehlenden Formulierung des in der Werbung geäußerten Versprechens der zeitlich unbegrenzten Dauer des Kontenmodells blind waren.

Wie steht es um die Führung - und damit um den Geist, unter dem ein Unternehmen agiert? Die Planung einer Kunden-Werbe-Aktion, das damit verbundene Kontenmodell sowie der letztlich abzuschließende Vertrag liegen ohne Frage im Verantwortungsbereich der Unternehmensleitung. Die Führung der Postbank bestimmt den Geist in ihrem Unternehmen. Entsprechend dieses Unternehmensgeistes ist die interne Stimmung. So wie sich die Mitarbeiter passend zur vorgegebenen Ausrichtung fühlen, nimmt deren Befindlichkeit einen Einfluss auf die Produkte, Dienstleistungen und die Beziehung zu den Kunden. Der Geist gibt also vor, dass im Interesse von Wachstum - ein Grundgesetz unseres Wirtschaftens - Grenzen überschritten werden dürfen. Doch die Vorgabe lautet eben, eine Art perfektes Verbrechen zu generieren. Und das heißt wiederum, dass es sich seitens der Führung um einen schlechten Geist handelt, der dem eigenen Unternehmen als Orientierungsmaßstab mitgegeben wird. Schlecht ist diese Geisteshaltung ganz einfach deswegen, da sich jeder unschwer vorstellen kann, dass bei einer derartigen mentalen Ausrichtung weder extern gute Ergebnise, noch intern eine gute Stimmung als Basis einer hohen und ethisch einwandfreien Motivation herauskommen können. Jedem ist klar, dass diese Einstellung intern extrem gesundheitsgefährdend sein muss. Und trotzdem ist dieses hier erkannte Muster leider weder ein Extrem- noch ein Einzelfall. Aktuell stehen in USA bedeutende DAX-Unternehmen exakt wegen der durch einen entsprechend schlechten Unternehmensgeist verursachten Gesetzesüberschreitungen vor Gericht:

Das Image von Made in Germany wird von diesen beiden Unternehmen negativ geprägt. Da hilft es nichts, wenn wir in Sport und Kultur mittels Sponsoring investieren, um das Image unserer Wirtschaft wieder aufzubessern. Man muss die Impulse direkt in der Wirtschaft setzen, und das heißt, man muss das Thema Führung offen, ernsthaft und mit Weitblick diskutieren, wenn Made in Germany in Zukunft noch eine echte Chance haben soll.

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Wie argumentiert die Postbank im Nachhinein gegenüber Kunden?

Neue Welt

Bevor wir über die Neuigkeiten in der Welt sprechen, lassen Sie mich noch kurz die Argumente der Postbank unter die Lupe nehmen: Kostenlose Kontenführung ist unmöglich, schreibt mir und vermutlich zahlreichen anderen Kunden die Postbank. Sie schreibt nicht, dass sie mittlerweile lernen mussten, dass die kostenlose Kontenführung nicht möglich ist. Das wäre aber so zwingend gewesen, denn sie selbst hat dieses Kontenmodell noch bis vor kurzem angeboten.

Kostenlose Kontenführung sei unmöglich, ist eine Behauptung der Postbank, die schnell ad absurdum zu führen ist. Denn eine kurze Recherche im Internet ergibt einige Anbieter, die weiterhin kostenlose Kontoführung anbieten. Unter anderem die Sparda-Bank, die auf ihrer Homepage sogar auf die Aktion der Postbank mit dem Hinweis reagiert: Wir erhöhen keine Gebühren!

Die Postbank behauptet weiter, dass sich für Banken die Grundlagen des Wirtschaftens aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie aufgrund von Strafzinsen der EZB komplett verändert habe. Aber auch das ist nicht vollständig korrekt. Denn Niedrigzinsen gab es bereits 2014, also zum Zeitpunkt der Aktion, über die die Postbank mich geworben hat. Richtig ist, dass die EZB Strafzinsen für die Gelder erhebt, die Banken von der EZB für Kredite zinslos zur Verfügung stellt, die die Banken aber willentlich oder aufgrund eines sich tatsächlich verändernden Marktes nicht an die Kunden weitergeben (können) und daher durch die Wiederanlage der Gelder bei der EZB von dieser dafür mit Zinsen belohnt werden wollen. Dieses offensichtlich haarsträubende Geschäftsmodell ist aus der Sicht der Banken moralisch in Ordnung. Anders lässt sich wohl nicht erklären, dass die Postbank dieses Argument verwendet. Möglicherweise ist das die moralische Ausrichtung der Banken, dass nämlich sittlich einwandfrei ist, was ihnen dient...

An dieser Stelle wird es nun für uns Kunden der Postbank interessant. Denn als eine Konsequenz aus dem Abstrafen der EZB gegenüber den Banken kommen die davon betroffenen Banker nun auf den Gedanken, diese neuen Kosten an den Endkunden weiterzugeben, sich also quasi das eigene aus Sicht des Marketings fantasielose Verhalten durch die Erhebung von Gebühren sowie durch die aktuell tatsächlich für den Endkundenbereich angekündigte Einführung von Strafzinsen auf Sparguthaben finanzieren zu lassen. Das ist wiederum ein Beispiel für die Folgen der schlechten Geisteshaltung, für die die Unternehmensführung verantwortlich ist. Fehlender Mut und mangelnde Kreativität bei der Suche neuer, sozial verträglicher Geschäftsmodelle gehen zu Lasten von Kundenbeziehungen, die bereits mit dem Abschluss des Vertrags seitens der Postbank wie erläutert als nicht wirklich wertvoll eingestuft werden. Alles andere wäre ja auch verwunderlich, denn wie oben erläutert, kann auf der Grundlage eines schlechten Unternehmensgeistes zwangsläufig auch intern nur eine schlechte Stimmung entstehen, in der jedes Produkt, jede Dienstleistung unterhalb der theoretischen Möglichkeiten bleiben muss sowie sich natürlich eine ehrliche Wertschätzung des Kunden nicht entwickeln kann! Kostenlose Kontenführung bringt einer Bank nur das Kleingeld der so genannten kleinen Leute. Doch wie im Gesundheitswesen, in dem für die Versicherer der ideale Kunde jung und gesund ist, sind für Banken vermögende Kunden der Idealfall. Daher hat man kein Problem damit, nun das beworbene Geschäftsmodell strategisch in die Gegenrichtung auszurichten. Vor den Kopf gestoßene Kunden werden erwartet und in Kauf genommen. Das sind ja nur kollaterale Peanuts aus der Sicht einer Bank.

Die Welt verändert sich

Alle Menschen erleben derzeit, in welchem dramatischen Tempo sich die Welt verändert. Natürlich sind auch Banken davon betroffen. Die Tatsache, dass die EZB auf den Gedanken kommt, nicht nur durch den Aufkauf von Staats- und Unternehmensschulden monatlich in Höhe von 80 Milliarden Euro sondern auch noch über die reichliche Vergabe von Krediten zu Niedrigzinsen etwas mit extrem hohen Aufwand am Laufen zu halten, beweist, dass es nicht wirklich gut um unser Europa stehen kann. Das betrifft aufgrund der hohen staatlichen Bezuschussung der Wirtschaft übrigens genauso die Vereinigten Staaten von Amerika sowie China.

Doch warum können die Banken die Kredite nicht mehr vermitteln? Zum einen mag das wohl etwas mit der Vorgeschichte der Banken als alleinige Kreditanbieter zu tun haben. Zum anderen gibt es heute alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie zum Beispiel das so genannte Crowdfunding. Start Ups scheinen eher bereit, sich über die Gemeinschaft als über eine Bank zu finanzieren.

Inzwischen ist nicht nur das Online-Banking in Mode gekommen, sondern es gibt ganze Finanzinstitute, die ihre Leistungen ausschließlich online anbieten. Selbst die Banken, die noch aus der Zeit stammen, als es noch kein Internet gab, und somit noch über Filialen vor Ort verfügen, betreiben parallel ein Online-Angebot. Mit dem Zahlungsverkehr über das Internet wurde das bargeldlose Bezahlen ohne den Gang zur Bank ermöglicht. Und spätestens an der Stelle lässt sich aufzeigen, wie entwicklungsresistent unsere traditionellen Finanzpartner sind. Denn wenn es um Paid Sercvices, zu deutsch Bezahldienste und somit um einen Kernbereich des Bankgeschäfts geht, hat man den auf dem Markt neuen Mitbewerbern förmlich die Türen aufgehalten. Paypal wurde aus dem Nichts zu einem Bezahldienstgiganten. Jedes größere Unternehmen verfügt heute über eine hauseigenen Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen über das Internet. Anstelle einer Gegenwehr sind unsere guten alten Banken inklusive der global auftretenden Deutschen Bank dazu übergegangen, mit Bezahldienstleistern Kooperationen einzugehen.

Was bleibt noch übrig vom ursprünglichen Kerngeschäft der Banken? Die Vermögensverwaltung. Das betrifft zuerst einmal das schlichte Aufbewahren der bestehenden finanziellen Mittel. Im Idealfall kann man durch Anlegen der Guthaben Gewinn erzielen. Auf keinen Fall sollte ein Verlust entstehen, das schließt das Wort -bewahren sowie der Auftrag an Profis aus. Über dieses Geschäft der Anlagen von Vermögen haben sowohl Banken als auch zum Beispiel Versicherungen Geld verdient beziehungsweise das eigene Vermögen abgesichert. Das ist aber heute aufgrund der Nullzinspolitik sowie aufgrund der irrsinnig hohen Verschuldung der Staaten nicht mehr möglich. Denn an diesen Staatsschulden sind mittlerweile dank der Börse viele Versicherungen im Übermaß beteiligt. Ohne Alternative müssen Banken und Versicherungen daher den einzig verbliebenen Weg der riskanteren Anlagen an der Börse gehen. Das ist der einzige Grund, warum die Börsen boomen. Und diese Misswirtschaft der Staaten sowie von Unternehmen, die wie Banken und Versicherungen die Vermögen ihrer Anleger verwalten und auf diesem Weg viel zu hohe Summen in Staatsanleihen verbrannt haben, sind die Ursache für die eingangs beschriebene Strategie der EZB, Staats- und Unternehmensschulden aufzukaufen, da das System ansonsten kollabieren würde.

Wie gehen Banken mit bereits bestehenden und den noch zu erwartenden strategischen Veränderungen um? Eine Leistung von Führung würde darin bestehen, problematische Entwicklungen in Form von Szenarien zu skizzieren, um rechtzeitig Alternativen entwickeln zu können. Wird man von angeblich unvorhersehbaren Entwicklungen überrascht, so erwarten die davon betroffenen Arbeiter und Angestellten, dass sich die Chefs ihrer Firmen effizient gegen bedrohliche Entwicklungen zur Wehr setzen. Beides scheint aber derart selten zu sein, dass die Grundstimmung nicht nur in unserem Land immer schlechter wird. Das ist ein konstruktiver Beitrag der Wirtschaft zu aktuellen politisch negativen Entwicklungen. Denn die scheinbare Machtlosigkeit der Bosse der großen Unternehmen bereiten politischen Angstmachern den Boden. Dabei ist es in Wahrheit aber keine Machtlosigkeit gegenüber Kräften des Schicksals, sondern Unfähigkeit der Führung, die zu wenige ihrer verfügbaren Sensoren auf die aktuellen Entwicklungen ausrichten. Dazu besteht scheinbar auch kein Grund, so lange es eine öffentliche Hand gibt, die einen im Moment des Fallens mit Steuergeldern weich auffängt...

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Wohin geht die Entwicklung?

Beständigkeit

Vermutlich kennen Sie die schöne Deutung des Yin-Yang-Symbols: Das einzig Beständige ist die ständige Veränderung. Diese Interpretation zaubert einem in ruhigen Zeiten ein entspanntes Lächeln ins Gesicht. Doch in der aktuell überhitzten Beschleunigung der globalen Entwicklung suchen wir nach Beständigkeit. Die Psyche der Welt strebt nach Harmonie. Wo kann man einen Ausgleich finden? Konstanz wird alternativ zur atemberaubenden Dynamik ein bedeutender Wert. Lassen Sie mich also nicht nur anklagen, sondern den nächsten Schritt hin zu einer konstruktiven Kritik gehen. Konkret habe ich von Unternehmen wie Banken den Mut zum kreativen Marketing gefordert. Ist das eine unmögliche Forderung? Wie könnte denn so ein Marketing aussehen? Wie müssten sich Banken aktuell engagieren, um gemeinsam mit den ebenso von den Veränderungen betroffenen Kunden verträgliche Wege in einer Zeit des Übergangs von bekannten A zu einem weitgehend noch unbekannten B zu gestalten?

Wie bereits erwähnt, ist das Internet auch für Banken ein wesentlicher neuer Faktor im Geschäftsleben. Wir sprachen vom Online-Banking, dem bargeldlosen Zahlungsverkehr und in dem Zusammenhang von neuen Bezahldiensten. Längst ist bekannt, dass seitens der Politik (Bekämpfen von Schwerkriminalität) und der Banken das gemeinsame Interesse besteht, das Bargeld vollständig abzuschaffen. In der Logik der Banken ist daher die Kooperation mit bereits erfolgreichen Bezahldiensten die richtige Entscheidung. Doch welche Konsequenzen hat der bargeldlose Zahlungsverkehr für den Endverbraucher?

  1. Die Möglichkeit zum Bezahlen ohne Zusatzkosten entfällt mangels Bargeld vollständig. Das heißt mit anderen Worten: Bei jedem Bezahlvorgang wird in Zukunft ein Bezahldienst mitverdienen!
  2. Bei jedem Bezahlvorgang werden in Zukunft Daten anfallen, die man wiederum verwerten kann. Das neue große Geschäft heißt Big Data. Sie wissen bestimmt, dass das Geschäft mit Big Data der Grund ist, warum sich Google und Apple für die Entwicklung des Autos, der Steuerung des Vorgänge in Ihrem Smart Home, für Ihre Gesundheitsdaten ermittelt über Activity-Tracker etc. interessieren! Das einzige, was auf dem Weg zum beliebigen Verwerten mit den gesammelten Daten noch stört, ist der Datenschutz!

Auch die Deutsche Bank soll bereits mit einem dieser jungen, sexy Bezahldienste kooperieren. In dem Zusammenhang ist die Aussage des aktuellen Vorstands der Deutschen Bank zu verstehen, der sich öffentlich für die Abschaffung von Bargeld eingesetzt hat.

Aber sind nur wir Endverbraucher die Verlierer einer derartigen Entwicklung oder sitzen die Banken nicht genau genommen mit uns im gleichen Boot? Wenn die Postbank nachträglich versucht, für Verständnis der Änderung der AGB zu werben, dann besteht das halbe Schreiben aus der Auflistung der Stärken dieser Bank. Dazu zählen im Moment noch die zahlreichen Filialen, die wunderbarer Weise trotz des Verkaufs der Postbank von der Post an die Deutsche Bank nach wie vor noch mit den Filialen der Post identisch sind. Klarer Fall: Umso mehr persönliche Dienste man in solchen Filialen miteinander verbinden kann, desto höher ist die Akzeptanz und Annahme des Angebots für die Menschen vor Ort. Die Herkunft dieser Bank als ursprüngliche Tochter der Post ist daher für die Postbank ein traditioneller Standortvorteil.

Kunden rufen heute nicht mehr in dem Umfang wie früher bestimmte Leistungen wie zum Beispiel Kredite in den Filialen ab. Dennoch eröffnen die Filialen und der zwischenmenschliche Kontakt eine Vielzahl für die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden wichtige Nebenbei-Leistungen. Dazu zählen neben Information, Vertrauen und Beratung auch die Orientierung. Bei den meisten dieser Eigenschaften geht es um das Gefühl, mit dem Werte verbunden sind. Diese Werte kann man nur über den zwischenmenschlichen Direktkontakt vermitteln, den wohlgemerkt der Kunde sucht. Da versagen alle anderen Maßnahmen wie E-Mail, Soziale Netzwerke oder die telefonische Betreuung. Bei der Qualität der Beziehung geht es um die so genannten weichen Faktoren des Marketings. Dieses Potenzial muss man versuchen zu stärken. Das gelingt zum Beispiel, indem man den Filialen keine möglichen Gründe für einen Besuch entzieht, sondern indem man sich als Unternehmen diesbezüglich positioniert. Das heißt konkret: Banken mit Filialen sollten sich für den Erhalt des Bargelds stark machen! Auch wenn selbst das Aus- und Einzahlen von Bargeld heute schon von Automaten geleistet wird, so ist der Prozentsatz von diesbezüglich im Umgang mit diesen Automaten noch ungewohnten und daher verunsicherten zum Beispiel älteren Mitbürgern immer noch sehr hoch. Wie bereits angedeutet sind wir in einer Phase des Übergangs. Es gilt, diesen Übergang für alle verträglich zu gestalten. Wenn das Unternehmen dabei eine positive Rolle übernehmen kann, würde das dem Image des Betriebs nutzen. Das wäre ein erster Schritt, ein Signal, denn es wäre der Wechsel von der schlechten zu einer guten Geisteshaltung im Unternehmen, wenn dieses bereit ist, sich über das scheinbare Berechenbare des Geschäftlichen hinaus im Interesse der Gemeinschaft sozial zu engagieren.

Jetzt sind wir dem neuen Begriff des Social Bankings schon recht nahe. Für Mikrokredite an mangels Sicherheiten aus Sicht der Bank kreditunwürdige Menschen, über die diese Leute erfolgreich eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung starten und aufbauen konnten, bekam die Grameen-Bank und ihr Chef Muhammad Yunus den Friedensnobelpreis. Man sollte dieses Modell und die damit verbundenen Chancen nicht voreilig übergehen. Denn genau genommen diskutieren wir bei dem vorliegenden Fall des strategischen Wechsels der Postbank vom kostenlosen zum kostenpflichtigen Konto einen Fall aus dem Bereich des Social Banking. Vermutlich betrifft die Änderung zu einem hohen Anteil Leute, die Geld nicht im Überfluss haben und/oder so ökonomisch strukturiert sind, unnötige Ausgaben nach Möglichkeit vermeiden zu wollen. Tatsächlich sind Kontoführungsgebühren aufgrund der heute verfügbaren Automatisierung von Verwaltungsvorgängen längst überflüssig. Lesen Sie dazu das Buch Ego - Das Spiel des Lebens von dem leider bereits verstorbenen Autor Frank Schirrmacher. Den Link zum Buch inklusive einem Video finden Sie unter den Literaturempfehlungen. Um diese sparsame und zugleich ökonomische Klientel hat sich bislang die Postbank intensiv werbend bemüht. Die bereits erwähnte Sparda-Bank betreut den gleichen Kundenkreis der Gehalts- und Rentenempfänger - jedoch bislang mit einer höheren Beständigkeit. Sie erinnern sich bestimmt: In unruhigen Zeiten steigt der Wert des Faktors Beständigkeit.

Wohin wird das Schicksal die Postbank treiben? Wenn ich oben versucht habe, die Postbank zu neuen, im Umgang mit den Menschen sensibleren Wegen zu ermutigen, dann ist das zugegebenermaßen an eine Bank eine sehr hohe Erwartungshaltung. Denn mir ist natürlich bekannt, dass die Postbank zum Verkauf steht. Aber bislang will niemand diese Bank haben. Das kann man möglicherweise als ein Indiz für den Niedergang der Banken im allgemeinen interpretieren. Die Postbank soll daher nach Plan seiner aktuellen Besitzerin, der Deutschen Bank, an die Börse entsorgt werden. Hauptsache man wird sie los. Vermittelt Ihnen diese Einstellung als Handlungsgrundlage nicht auch den Eindruck, dass es gar nicht gut um unser Bankwesen bestellt sein muss? An der Börse ist der Spielraum für Fantasien in Richtung Social Banking äußerst gering. Wie wird also das Zukunfts-Szenario unserer Postbank ausgehen? Nun, die Angestellten der Bank erwarten wie alle Angestellten und Arbeiter, dass ihr Unternehmen um seine Existenz und somit um ihre Jobs kämpft, an denen Lebensgestaltung und Familien hängen. Auch in diesem Fall hätte die Postbank also ein Versprechen einzulösen, diesmal jedoch als Unternehmen gegenüber seinen Mitarbeitern. Theoretisch bleibt der Postbank mangels Alternativen gar nichts anderes übrig, als sich auf den Weg der Suche nach zeitgemäßen neuen Geschäftsmodellen zu machen. Daher an dieser Stelle der Lesetipp eines kürzlich veröffentlichten Artikels des Beraters Tim Leberecht mit dem Titel Radikal und schmerzhaft: So kreierst du die perfekte Vision für deine Firma.

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Gehen Sie direkt zum Ziel!

Handeln Sie!

Neu denken

Natürlich ist es unrealistisch, das Rad der Zeit zurückdrehen zu wollen. Das muss auch gar nicht sein... Das habe ich Ende Juli 2012 geschrieben. Und nun gibt es Ende Oktober 2012 doch sensationell neue Nachrichten! Die Schweizer Bank UBS beginnt eine Neustrukturierung, die vermutlich den gesamten Bankensektor revolutionieren wird. Denn die UBS baut ihre Investmentsparte radikal ab! Eine umfassende Trendwende ist für die UBS auch dringend nötig, denn es gibt Hinweise von Rettet den Regenwald, dass die UBS Gelder der Tropenholzmafia gewaschen hat, weswegen am 29.08.2012 gegen die UBS ein Strafverfahren von der Schweizer Bundesanwaltschaft eröffnet worden ist.

Diese Nachricht vom Abbau des Investmentbankings bei der UBS gibt Hoffnung. Wir können den positiven Trend im eigenen Land unterstützen, wenn wir die Gelegenheit nutzen, um uns der Tatsache bewusst zu werden, in wie vielen Bereichen unseres täglichen Lebens Banken unvermeidbar zu sein scheinen. Die folgenden Fragen suchen nach Antworten:

Es lohnt sich daher, die folgenden Punkte zumindest zu überdenken:

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Wie kann man den globalen Poker verhindern?

Mit Regionalgeld kann man nicht global spekulieren

Aber wie kann über das bankenlose Zahlen hinaus eine nachhaltig positive Änderung eingeleitet werden? Die bekannte deutsche Geldexpertin Prof. Dr. Margrit Kennedy zeigt in ihrem Buch Occupy Money (2011) verschiedene Möglichkeiten auf. Sie schreibt von bereits erprobten Geldentwürfen wie zum Beispiel dem Regionalgeld, das der Förderung und Stabilisierung der regionalen Wirtschaft dient, und sie unterbreitet Vorschläge für neue Geldentwürfe (PDF). Auch in Deutschland gibt es bereits eine ganze Reihe kreativer Initiativen zur Organisation einer Komplementärwährung, wie z.B. in Bayern

Als Lösung zur Rechtslage für das Regiogeld findet man bei Wikipedia den Vorschlag zur Gründung eines entsprechenden Vereins, der nämlich die Ausgabe des Regiogeldes auf eine privatrechtliche Basis stellt. Falls Sie übrigens nur wenig Zeit zum Lesen haben, finden Sie Vorträge von Margrit Kennedy bei www.auditorium-netzwerk.de sowie kostenlos bei YouTube.

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Brauchen wir Alternativen? Haben wir Alternativen?

Alternativen dringend erwünscht!

Eindringlich wirbt der Autor Uli Burchardt in seinem Buch mit dem Titel Ausgegeizt (Campus-Verlag, 24,99 Euro) dafür, Alternativen zu schaffen, die genau genommen längst alternativlos sind. Vor allem im Bereich der Lebensmittel erzeugen die Discounter von unserem Geiz motiviert ein Katastrophen-Szenario. Denn die Billig-Produktion kann nicht mehr die für gesunde Lebensmittel nötige Qualität garantieren. Uli Burchardt nennt zahlreiche positive Beispiele aus den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft. Seine Vergleiche mit der Waldwirtschaft stimmen den Leser harmonisch auf ein Umdenken zu Gunsten längerfristiger Denk- und Handlungs-Zyklen ein. Die Vita des Autors verrät Sachverstand, wenn er sich glaubwürdig zum Thema Nachhaltigkeit äußert: 7 Jahre Förster, 7 Jahre Manufactum, 7 Jahre Berater. Hier ein kurzes Interview mit dem Autor:

Doch wie praxistauglich ist Nachhaltigkeit eigentlich im Zusammenhang mit der aktuellen Finanzkrise? In meinem neuen Buchtipp Der größte Raubzug der Geschichte (30. Mai 2012) beantworten die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich uns alle betreffende Fragen wie z.B.

Ich wette mit Ihnen, dass Sie Ihren bisherigen Sparplan ernsthaft überdenken werden, lange bevor Sie dieses Buch ausgelesen haben!

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Bleibt das Individuum auf der Strecke?

Lebensweltgestalter oder Depression

Wir Menschen sind Gefühlswesen. Sicherheit, Vertrauen und Harmonie empfinden wir daher als unverzichtbare Basiswerte. Dafür braucht es verlässliche Regeln im zwischenmenschlichen Miteinander. Diese sind im großen Stil verloren gegangen. Unserem Bauchgefühl folgend bevorzugen wir intuitiv die Regionalität gegenüber der Globalisierung. Die Internationalisierung der Wirtschaft ohne ein politisches Gegengewicht bedroht die Menschlichkeit. Was nutzt uns der relativ hohe Wohlstand, wenn die Wirtschaft und somit unsere finanzielle Grundlage gerade mit Volldampf gegen die Wand fährt? Eine Welt, in der nichts mehr vorhersehbar ist, macht die Menschen krank. Auf die Industrienationen rollt bereits eine gigantische Welle der unsere Stimmung erdrückenden Depressionen zu. Das ist der Preis für das Verdrängen der schlechten Gefühle, die uns eine Geschäftswelt bereitet, in der Regeln zur Normalität geworden sind, die wir nicht als Grundlage für einen zwischenmenschlich korrekten Umgang akzeptieren können. Schlechte Gefühle erhöhen unsere innere Anspannung. Stress reduziert den Menschen auf die 3 Handlungsalternativen

  1. Angriff
  2. Flucht
  3. Erstarren

Eine Welt-Flucht ist nicht möglich. Erstarren konkret als ein Aushalten von Zuständen wirkt sich beim Menschen krank machend aus. Gerne würden wir den Psychotherapeuten das auf viele Jahrzehnte als sicher vorweggenommene Geschäft mit der Depression verderben, indem wir unsere Lebenswelt entsprechend verändern. Daher suchen wir nach Gelegenheiten, wie wir aktiv handelnd auf das System Einfluss nehmen können. Folglich greifen wir herzlich gerne zu, wenn uns Alternativen angeboten werden. Mit anderen Worten:

Es bleibt also nur der Angriff! Denn wir brauchen keine Versicherungen, die die Kosten in dem nicht mehr nur möglichen sondern mittlerweile höchst wahrscheinlichen Krankheitsfall bezahlen. Wesentlich effektiver gehen wir mit der uns zur Verfügung stehenden Lebensenergie um, wenn wir stattdessen aktive Gestalter unserer Lebenswelt werden! Aus diesem Grund warten wir im nächsten Schritt unserer Entwicklung als Lebensweltgestalter nicht mehr ab, bis uns Alternativen angeboten werden, sondern wir entwickeln selbst Alternativen.

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Informative Bücher als Orientierungsgrundlage für die Zukunft

Weitere Literaturempfehlungen

Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus. Autor: Jeremy Rifkin

Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein. Autor: Jeremy Rifkin

Ego - Das Spiel des Lebens. Autor: Frank Schirrmacher

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